Brainstorming am Flipchart

>>>Brainstorming am Flipchart

Zur Ideenfindung ist Brainstorming eine effektive Methode. Wird das Brainstorming am Flipchart aber nicht sinnvoll moderiert, droht daraus ein ineffizienter und ineffektiver Prozess zu werden. Damit Ihr Projekt erfolgreich beginnt, gibt es hier 6 Tipps speziell für das Brainstorming an Flipchart oder dem modernen Whiteboard.

Die Arbeitsatmosphäre beim Brainstorming

Bevor Sie mit dem Brainstorming beginnen, sorgen Sie für eine entspannte Atmosphäre. Essen und Trinken sowie die Erlaubnis, aufzustehen oder nach Belieben auf Tisch oder Boden zu sitzen, helfen, Kreativität zu entfachen. Denn der Mensch schaltet in Modi und die dazu passenden, erlernten Denkmuster. Wird der Modus „Benehmen am Arbeitsplatz“ etwas geändert, passt das erlernte Muster nicht mehr und neue neuronale Verbindungen und Verknüpfungen werden möglich.

Grenzen Sie unbedingt auch den Zeitraum ein. Brainstorming kann Wochen dauern. Arbeiten Sie dem Ziel angemessen: Wer das Rad neu erfinden will, sollte sich keine Grenze setzten, aber für alle anderen gilt: Zeitrahmen stecken und mit einem Reizwort beginnen, um die Richtung vorzugeben.

Brainstorming an Flipchart/Whiteboard für Gruppen

Beim Ideenfinden soll niemand behindert oder eingeschränkt werden. Genauso wenig sollen introvertierte Schüler/Mitarbeiter/Teilnehmer untergehen. So ist es eine Gratwanderung, ob ein Moderator gewählt wird, der sämtliche Einwürfe am Flipchart festhält oder ob eine kleine Gruppe ohne Moderator auskommt und eigenständig aufsteht und Vorschläge notiert.

Am Besten entscheiden Sie nach den Fähigkeiten der Gruppenmitglieder. Zwei Entscheidungskriterien sind:

a) Sind die Personen gleich stark, kann auf einen Moderator verzichtet werden, aber nur dann, wenn alle an einem Strang ziehen. Sind individuelle Interessen im Spiel, muss ein Moderator darauf hinweisen, dass in diesem Projektschritt Ideen noch nicht bewertet werden und alle Vorschläge am Flipchart notiert werden.

b) Desto höher die intrinsische Motivation und desto kleiner und homogener die Gruppe, desto eher ist ein Moderator überflüssig.

Sollten Sie das Experiment wagen und Aspekte in die Runde schmeißen lassen, legen Sie vorher Regeln fest: Jeder darf ausreden. Es gibt keine Bewertung, weder verbal, noch mimisch oder gestisch. Wenn jemand nicht zu Wort kommt, darf er einfach nach vorne kommen und seinen Gedanken an das Flipchart/Whiteboard schreiben.
Eine Option ist noch, der Reihe nach zu gehen. So muss sich wirklich jeder beteiligen und schwächere Charakter bekommen die Chance, zu glänzen.

Ideen notieren: Das Brainstorming-Protokoll

Damit die Ideen nicht verloren gehen und später verwendet werden können, ist es sinnvoll, die Notizen am Flipchart als eine Art Protokoll zu betrachten. Eine einfache Variante ist die Farbgebung der Begriffe. Zum Beispiel könnten Verben, Adjektive und Substantive jeweils in einer anderen Farbe notiert werden. Später ist dann leicht zuzuordnen, was getan werden soll, wie das Ergebnis erscheinen soll und was für Ergebnisse erreicht werden sollen.

Die Farbgebung kann auch thematisch aufgeteilt sein. Oder ergänzende Fakten und Zahlen werden unterschiedlich markiert. Entscheiden Sie nach Ihren Bedürfnissen.
In jedem Fall lohnt es, eine Farblegende dauerhaft sichtbar anzubringen.

Meist sind passende Whiteboard Marker auch als Set in vielen unterschiedlichen Farben erhältlich. Beispielsweise das klassische vierer Set mit Schatz, Blau, Rot und Grün oder aber erweiterte Sets mit zusätzlichen Farben.

Tipp: Wenn Sie nur eine Farbe zur Verfügung haben, arbeiten Sie mit Formen. Umranden Sie entweder als Kreis, Viereck oder Dreieck.

Sie könnten auch Spalten einteilen und die Begriffe direkt zuordnen. Damit wäre aber die Methode des freien Brainstormings beeinträchtigt. Aber wenn schon ein Ziel definiert ist und es um Kleinigkeiten geht, macht eine Einteilung in Spalten oder sogar ein Clustering mit Kreisen, die zusammengehörige Themen verbinden, Sinn.

Bitte GROSS SCHREIBEN

Jeder Teilnehmer muss alle Infos lesen können. Schreiben Sie ausreichend groß oder setzten Sie eine Mindestgröße bei den Regeln am Anfang fest, wenn Sie die Teilnehmer selber anschreiben lassen. Es gibt auch liniertes oder kariertes Papier für das Flipchart, das erleichtert das Einhalten einer großen Schrift.

Noch einfacher gestalten Sie das Lesen den Teilnehmern, wenn Sie sich selber eine ordentliche Handschrift in Druckbuchstaben angewöhnen. Wenn jeder schreiben darf, sollten Sie sich ebenfalls auf Druckbuchstaben einigen.

Übersicht behalten

Sparen Sie bitte nicht an den Papierbögen. Schreiben Sie groß und übersichtlich. Um Wiederholungen zu vermeiden, können Sie die Bögen abreißen, statt umklappen. Es gibt extra Klammern, die an der Wand angebracht werden und die schweren Bögen halten.

So sind während des Brainstormings alle Notizen sichtbar. Wer mit dem Whiteboard arbeitet, kann die Ergebnisse vor dem Abwischen fotografieren und über den Laptop und Beamer an die Wand werfen.

Brainstorming an Flipchart : Steuerungsmöglichkeiten

Eine unbekannte Gruppe mit überraschend vielen introvertierten Teilnehmern oder gar unmotivierten Gästen kann eine Brainstormingmethode am Flipchart lähmen. Versuchen Sie folgendes: Stellen Sie mehrere Flipcharts auf und nennen Sie Oberbereiche; Reizwörter, die Assoziationen wecken und so zum Mitmachen animieren und den Einstieg erleichtern.

Eine andere Möglichkeit ist eine Kurzgeschichte, die Sie zu beginn erzählen. Damit lässt sich hervorragend die Richtung der Stunde lenken.

Wenn Sie eine große Gruppe in kleinere Gruppen aufteilen, die jeweils unter sich ein Brainstorming am Flipchart machen sollen, bevor das Ergebnis aller später zusammengetragen wird, dann versuchen Sie nicht krampfhaft, Cliquen auseinanderzureißen.

Langfristig kann eine neu gebildete Gruppe ein effektives Geflecht ergeben, aber ganz kurzfristig betrachtet arbeiten gerade junge, unprofessionelle Menschen in sicherer Umgebung besser. Und weil das Ergebnis einer Gruppe im Idealfall immer besser sein sollte als die Summe der Ergebnisse aller Gruppenmitglieder, ist es das nicht wert.

Zusammenfassung

Die Methode ist simpel, doch bei der Umsetzung gilt es Hürden zu umschiffen. Alle Gruppenmitglieder sollten mitmachen, die Notizen als Protokoll nutzbar sein im Idealfall, die Schrift sollte lesbar sein und auch zeitlich sollte das Ideenfinden nicht ausarten.

Mit diesen Tipps werden Sie die Hürden nicht nur überspringen, sondern sie umschiffen. Selbstverständlich lassen sich die Tipps für das Brainstorming an Laptop über Beamer adaptieren. Viel Spaß bei Ihrem nächsten Projekt!